FairPhone: telefonieren mit reinem Gewissen?

FairPhone Konzeptstudie

Foto: fairphone.com

FairPhone will das erste fair produzierte Smartphone der Welt auf den Markt bringen. Was steckt hinter der Initiative?

Rohstoffe aus Kriegsgebieten, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, irreparable Schäden an der Natur: So sehr uns unsere leistungsfähigen Smartphones begeistern, die Produktionsabläufe hinter diesen Gadgets bieten nicht immer Grund zur Freude. Als ökologisch und sozial verantwortlicher Konsument  suchte man bisher vergebens  nach fair erzeugten IT-Geräten – das will eine Firma aus den Niederlanden nun ändern! Mit FairPhone soll noch diesen Herbst das erste weitgehend nachhaltige, sozial- und umweltverträglich produzierte Smartphone auf den Markt kommen. Zwischen 250 und 300 Euro wird es kosten und auf Basis des Android-Betriebssystems werken.

FairPhone kämpft gegen Windmühlen

Wie schwierig (oder besser: unmöglich) es für FairPhone ist, den eigenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, zeigt sich allein beim Thema Rohstoffbeschaffung. Rund 60 verschiedene Materialien werden für ein Smartphone benötigt – und bei weitem nicht für alle gibt es faire Alternativen zu den konventionellen Beschaffungswegen. Auch bei einigen Zulieferern muss man Abstriche machen. Faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten mit denen man direkt zusammenarbeitet, kann FairPhone gewährleisten, aber woher zugekaufte Einzelteile wie Displays und Chips im Detail kommen (bzw. unter welchen Umständen diese gefertigt werden) kann kaum nachgeprüft werden. Wo „100 % fair“ nicht möglich ist, setzt FairPhone auf Transparenz. Was laut eigenen Angaben mindestens genauso wichtig sei, wie die tatsächlichen Verbesserungen vor Ort selbst. Die Konsumenten – also wir alle –  sollen wissen dürfen, was genau wir mit einem Smartphone einkaufen.

Die großen Marken müssen mitmachen!

Unser Fazit: Anders als bei Lebensmitteln oder Bekleidung war das Thema „fair“ bei Smartphones und Tablets bisher kaum ein Thema. FairPhone macht einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Bleibt nur noch zu wünschen, dass die Großen wie Samsung, Apple oder Google mitziehen. Schließlich haben internationale Player etwas mehr Einfluss auf die verstrickten, globalisierten Produktionswege als ein Start-Up-Unternehmen aus den Niederlanden….





22. Februar 2013 von Franziska
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