Emmy 2013: Die TV-Revolution beginnt!

Emmy-Preisregen für Douglas & Co

Foto: HBO

Streaming gewinnt immer mehr an Bedeutung und Hollywood drängt ins Fernsehen: Heute beschäftigen wir uns mit den großen TV-Trends des Jahres – ausgehend von den Entwicklungen, die bei der Emmy-Verleihung vor 2 Wochen zu erkennen waren.

TV-Trend Nr. 1: Streaming fordert konventionelle Anbieter heraus

Das Thema „Streaming“ war bei der Emmy-Verleihung 2013 omnipräsent: Mit „House of Cards“ war zum ersten Mal eine TV-Serie nominiert (und zwar gleich neunfach!), die ausschließlich über einen Streamingdienst verbreitet wurde. Obwohl es dann am Schluss nur für drei Trophäen reichte (u.a. für „beste Regie einer Dramaserie“), wurde dennoch deutlich: Die klassischen Sender haben ernsthaft Konkurrenz bekommen!

TV-Trend Nr. 2: Zuschauer fordern absolute Flexibilität

„Willkommen zur großen Nacht des Fernsehens. Für die Jüngeren: Fernsehen ist das, was ihr auf euren Telefonen schaut“. Schon der Anfangs-Gag von Emmy-Host Patrick Harris (der Barney aus „How I met your mother“) machte deutlich, dass sich das Fernsehverhalten durch die Online-Angebote grundlegend verändert hat. Die Zuschauer wollen nicht mehr diktiert bekommen, wann sie sich vorm Bildschirm einzufinden haben. Bei der zuvor erwähnten Produktion „House of Cards“ gab es konsequenterweise keine wöchentlichen Ausstrahlungstermine, sondern alle 13 Folgen rund um das Schicksal eines US-Kongressabgeordneten wurden von Netflix gleichzeitig online gestellt. Der Konsument genoss damit absolute Wahlfreiheit in Bezug auf wo, wann und mit welchem Abspielgerät er sich die einzelnen Episoden gönnte. 

TV-Trend Nr. 3: Emmy statt Oscar

Die Leinwand ist nur was für die echten Stars, die Flimmerkiste bleibt für die, die es nicht wirklich geschafft haben? Das war einmal! Hollywood-Größen drängen heute geradezu ins TV. Matthew McConaughey und Woody Harrelson z.B.  standen gerade für die HBO-Serie „True Detective“ vor der Kamera. Zooey Deschanel („New Girl“),  Kevin Bacon („The Killing“) und Kevin Spacey („House of Cards“) wagten schon vor ihnen den Sprung von der großen auf die vermeintlich kleine Leinwand. TV-Projekte böten noch echte künstlerische Freiheit, lautet der einhellige Tenor. Auch bei der Emmy-Verleihung 2013 stand eine Fernsehproduktion im Mittelpunkt, die ob ihrer Besetzung gut und gern als Hollywood-Blockbuster durchgegangen wäre. In dem Biopic „Behind the Candelabra“ (über den exzentrischen Starpianisten Liberace) sind in den Hauptrollen Michael Douglas und Matt Damon zu sehen, Regie führte niemand geringerer als Steven Soderbergh. Belohnt wurde dieses Staraufgebot mit einem wahren Preisregen: 11 Emmys durften eingesackt werden.

 





02. Oktober 2013 von Franziska
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