Apple hat die Lizenz zum Blättern

Apple Pageturn

Foto: nytimes.com

Neue Patent-Absurdität von Apple: Das Unternehmen besitzt nun die Rechte auf die digitale Nachbildung des Umblätterns.

Dass die Jungs vom angeknabberten Apfel dazu neigen, auch noch so trivial anmutende Dinge mit einem Patent zu versehen, ist allseits bekannt. Schließlich haben sie sich unter anderem das Design ihrer iPhones und iPads – „Viereck mit runden Ecken“ – schützen lassen. Und auch ihre Verpackung. Und (unglaublich aber wahr) auch die Glasstiegen in ihren Apple Stores.

Doch es geht noch skurriler: Vor wenigen Wochen hat Apple von einem New Yorker Gericht ein Patent zugesprochen bekommen, das dazu berechtigt, auf E-Readern den Vorgang des Umblätterns digital nachzubilden. Eine jahrhundertealte, physische Tätigkeit ist nun in Besitz des umtriebigen IT-Unternehmens. Eine Skizze (siehe oben) macht deutlich, was die Apfel-Jungs unter „Umblättern“ verstehen. (Eine praktische Anleitung für alle, die wieder einmal ratlos vor ihrem Buch stehen und nicht wissen, wie sie auf die nächste Seite kommen…) In der renommierten New York Times wird dazu süffisant angemerkt: „Und ich könnte schwören, ich hätte ähnliche Animationen bereits in Disney- oder Warner Brothers-Zeichentrickfilmen gesehen“.

Apple als Spielverderber

Da die Apple-Mitbewerber (aktuell verwendet etwa Google in seinen Geräten die real anmutende Umblätteranimation) wenig Interesse daran haben, Lizenzgebühren nach Cupertino zu überweisen, wird die Blätterfunktion wohl komplett aus den Nicht-Apfel-Produkten verschwinden bzw. dort durch einen signifikant anderen Effekt ersetzt werden müssen.

HIFI Prognose: Als nächstes lässt sich Apple den Wählvorgang auf der Telefontastatur schützen. Oder das Läuten beim Einlangen eines Anrufes.

HIFI Fazit: Daumen nach unten! Patente werden von Apple nur noch dazu missbraucht, den Mitbewerber auf Abstand zu halten (anstatt nachhaltige Erfindungen damit zu schützen). Das Unternehmen sollte aufpassen, dass dieses aggressive Vorgehen nicht allzu viele Sympathiepunkte kostet. Schließlich ist es vor allem das Image, das den Kunden zu Apfel-Produkten greifen lässt. Immer weniger der tatsächliche technische Vorsprung.





17. Dezember 2012 von Franziska
Kategorien: Apple, Marken, Trends | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 1 Kommentar